Wenn wir einmal im Vierteljahr an einem Donnerstagabend unter dem Dach des Torhauses über dem Klosterladen oder im Saal des Marstalls sitzen, dann ist das stets eine fröhliche Runde, in der sich jeder wohl fühlt. Dass zwischen dem jüngsten und dem ältesten Gästeführer ein halbes Jahrhundert liegt, ist überhaupt kein Hindernis. Jeder Gästeführer hat sein Metier und wenn erst einmal einer zu reden beginnt, hören die anderen gespannt zu. Die Summe des Wissens ist es, die uns zur stetigen Weiterbildung verhilft. Wer glaubt, schon alles zu wissen, der wird hier eines Besseren belehrt und aus dem Notieren immer neuer Erkenntnisse nicht heraus kommen. Und das gilt für die Jungen genauso, wie für die Alten: Die einen recherchieren im Internet, die anderen in echten Archiven.

Da der überwiegende Teil der Gästeführer schon im Altersruhestand ist, werden es im Laufe der Jahre immer weniger Gästeführer, sodass es manchmal gar nicht so einfach ist, die Einsatzpläne zu schreiben. In Heiligendamm gibt es z. B. nur drei aktive Gästeführer bei ca. 50 Führungen in der Saison.

Wir brauchen also weitere Mitstreiter!

Eine Gästeführung zu machen, ist erst einmal eine spannende Sache. Man kann noch so schüchtern sein – wenn man zu seinem Steckenpferd eine Führung anbietet, kommt selbst der zurückhaltendste Mensch aus sich heraus. Die Gäste nehmen die Angebote gern an, wenn sie informativ und doch unterhaltsam sind und wenn es etwas zu sehen und hören gibt, das man zuhause zeigen oder erzählen kann. Zu den Gästeführern gehören nicht nur Leute, die sich mit Geschichte beschäftigen – auch Architektur und Kultur, Gesellschaft und Politik, Kunst und Technik, Stadtentwicklung, Denkmalschutz, Landschaft, Natur, Geologie, Meteorologie, Religion und Heilkunde sind Interessengebiete der Gästeführer.

Natürlich kann auch ein guter Entertainer Stadtführungen anbieten – gerade kostümierte Führungen sind sehr gefragt und können im Moment nur sehr bedingt bedient werden. Solange die Unterhaltung nicht in bloßem Klamauk ausartet, sind Alleinunterhalter auch bei Führungen gern gesehen.

Jeder Gästeführer kann sich sein Thema selbst aussuchen und die Route und Inhalte selbst gestalten. Es gibt lediglich eine Prüfung in der Form, dass der Neuling ein oder zwei erfahrene Gästeführer führt und sie dann grünes Licht oder Verbesserungsvorschläge geben. Von Zeit zu Zeit bietet auch die Volkshochschule Kurse für Gästeführer an.

Die Gästeführer haben sich in einer Interessengemeinschaft organisiert und sind mehrheitlich aus versicherungstechnischen Gründen im Dachverband BVGD beigetreten. Beides ist kein Muss, wird aber empfohlen, weil nur organisierte Gästeführer einen Vertrag mit der Stadt haben.

Schreiben Sie uns oder sprechen Sie einfach den nächsten Gästeführer an, der Ihnen begegnet!